Murat Kayman: „Mehr Dynamik in der Diskussion um ein neues Wir in Deutschland”

Claudia Keller thematisiert in der Juli-Ausgabe der „Herder Korrespondenz“, eine Monatszeitschrift aus dem Herder Verlag über Religion und Gesellschaft, wie die künftige Ausrichtung und Zusammensetzung der #DeutschenIslamkonferenz aussehen könnte. Die Einschätzungen unseres Beiratsmitglieds Murat Kayman in diesem Beitrag bringen wir hier in einem Auszug:

[…] „Die Verbände haben nichts nach unten weitergegeben“, sagt Murat Kayman, „die Basis kennt die DIK überhaupt nicht“. Der 45-jährige Rechtsanwalt und Blogger muss es wissen. Er war selbst Funktionär bei Ditib und koordinierte bis 2017 die Arbeit der Landesverbände. Dann stieg er aus, weil ihm der Kurs des Verbands in die falsche Richtung ging. Auch der gesamte Vorstand des Bundesjugendverbands von Ditib ist zurückgetreten. Mittlerweile hat Kayman zusammen mit Freunden, allesamt Wissenschaftler, Juristen, Journalisten und Politiker, den Verein „Alhambra Gesellschaft“ gegründet. Sie verstehen sich als „originärer Teil der europäischen Geschichte und ihrer jeweiligen europäischen Heimatgesellschaft “ und wollen besonders jungen Muslimen mit „Debattierclubs“, „muslimischen Quartetts“, Lesungen und Konzerten ein „breites Angebot im Bereich der politischen Bildung und der Kunst und Kultur machen, um so eine positive Selbstwahrnehmung auf der Grundlage des Völkerverständigungsgedankens zu stiften“. Sie haben auch die „Freitagsworte“ im Angebot, Interpretationen von Koranversen, aber eben in deutscher Sprache und auf die Bedürfnisse von deutschen Muslimen ausgerichtet. Die Veranstaltungen sind nicht an einen festen Ort gebunden, sondern finden flexibel mal hier, mal dort statt.

„Junge Muslime sollen lernen, wie Demokratie funktioniert, wie man Diskussionen konstruktiv führt und dass Debatten nicht über einen hinweggehen müssen, sondern dass man sich aktiv beteiligen kann“, sagt Murat Kayman. Er wünscht sich, dass es bei der neuen DIK um Inhalte und Visionen geht und nicht nur um die alten Strukturdebatten und die vielfach durchgekaute Frage, wie die Verbände verfassungsrechtlich als Religionsgemeinschaften anerkannt werden können. Vor allem anderen aber wünscht er sich „mehr Dynamik in der Diskussion um ein neues Wir in Deutschland. Ein Wir, das eben auch Muslime umfasst.“ Es müsse Aufgabe der DIK sein, diesen Gedanken und diese Diskussion in die Gesellschaft zu tragen. Das Werkstattgespräch im März stimmte ihn „zuversichtlich“, dass die Planungen in eine gute Richtung gehen. […]

Die komplette Ausgabe kann man unter folgendem Link online erwerben: https://www.herder-korrespondenz.de/…/72-jahrga…/heft-7-2018